Sélection Maison Toulon - Ausgabe Nr. 4: "Alte Schule, neue Perspektiven"
Riesling Sekt 2022
Abholung derzeit nicht verfügbar
Das ist Sekt, der sofort Freude macht, aber nicht beliebig wirkt. Riesling bringt hier Frische und Frucht, die Flaschengärung gibt ihm Struktur, und am Ende steht ein Schaumwein, den man wirklich gerne als Aperitif öffnet.
Im Glas zeigt er ein helles Goldgelb mit feiner Perlage. In der Nase kommen Zitrusfrüchte, Mango, Pfirsich und eine leichte mineralische Frische. Am Gaumen ist er saftig, frisch und harmonisch, mit feiner exotischer Frucht, gut balancierter Säure und einem lebendigen, klaren Finish.
Ich mag an diesem Sekt besonders, dass er nicht aggressiv trocken und nicht süßlich wirkt. Er trifft diese charmante Mitte, in der Rieslingsekt richtig viel Spaß macht: frisch genug für Spannung, weich genug für Zugänglichkeit. Die zweite Gärung in der Flasche gibt ihm zusätzlich ein feineres Mundgefühl.
Passt als Aperitif, zu Antipasti, Meeresfrüchten, Spaghetti all’arrabiata, salzigen Snacks oder zu Momenten, in denen es unkompliziert festlich werden soll.
Mein Eindruck: frisch, fruchtig, feinperlig, harmonisch und sehr animierend. Rieslingsekt mit Charme und schöner Balance.
Ilia Estate Taoba Orange 2023
Abholung derzeit nicht verfügbar
Das ist kein Wein für „mal eben nebenbei“. Das ist Orange Wine mit Geschichte, Textur und Charakter. Georgien, Qvevri, Rkatsiteli und Kisi, also genau diese Mischung, bei der man merkt: Wein kann auch ganz anders erzählen.
Im Glas zeigt er eine leuchtende Bernsteinfarbe. In der Nase kommen getrocknete Aprikose, reife gelbe Früchte, Orangenschale, etwas Quitte, feine Gewürze, Tee und ein Hauch Nuss. Am Gaumen ist er trocken, würzig und griffig, mit saftiger Frucht, zarten Tanninen und einer Struktur, die eher an Essen denkt als an belangloses Aperitiftrinken.
Ich mag an diesem Wein besonders, dass er sofort Gesprächsstoff liefert. Durch den Ausbau in Qvevri-Amphoren und Holzfass bekommt er Tiefe, Würze und diese leicht herbe, phenolische Art, die Orange Wine so spannend macht. Er ist nicht schräg um des Schrägseins willen, sondern eigenständig und richtig gut am Tisch.
Passt zu Lamm, orientalischer Küche, würzigem Käse, Aubergine, Pilaw, gegrilltem Gemüse, fermentierten Komponenten oder einem Abend, an dem Wein bewusst etwas Neues zeigen darf.
Mein Eindruck: bernsteinfarben, würzig, griffig, fruchtig und sehr eigenständig. Ein Orange Wine mit georgischer Seele und richtig schöner Tischpräsenz.
Die Produktseite nennt Rkatsiteli und Kisi aus Kachetien, trockenen Stil, Qvevri-Amphoren und Holzfass, 13 % vol. sowie Bernsteinfarbe, gelbe Früchte, getrocknete Aprikosen, Gewürze und zarte Tannine.
Domaine La Begude Bandol Rouge 2012
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Das ist Provence, aber nicht die leichte Postkarten-Provence mit Rosé am Pool. Das ist die dunklere, ernstere Seite: Mourvèdre, Kalk, mediterrane Würze und Reife. Ein Wein, der nicht gefallen will, indem er weich und einfach ist, sondern indem er Charakter zeigt.
Im Glas steht er in einem tiefen Rubinrot mit gereiften Reflexen. In der Nase kommen Brombeere, dunkle Kirsche, Pflaume, schwarzer Pfeffer, Garrigue-Kräuter, Leder und eine feine Rauchwürze. Mit etwas Luft wird er erdiger, würziger und noch mediterraner, fast so, als würde man durch warme Kräuter, Stein und trockene Erde gehen.
Am Gaumen ist er kraftvoll, straff und strukturiert. Die Tannine sind markant, aber nicht roh, die Frucht ist dunkel und reif, und dahinter liegt diese typische Bandol-Spannung aus Würze, Kalk und Länge. Ich mag an diesem Wein besonders, dass er mit seinen Jahren nicht müde wirkt. Er hat Reife, aber auch Rückgrat. Genau das macht großen Bandol für mich so spannend.
Passt großartig zu Lamm, Wild, geschmortem Fleisch, kräftiger mediterraner Küche, Aubergine aus dem Ofen oder einem Abend, an dem der Wein ruhig ein bisschen ernsthafter sein darf.
Mein Eindruck: kraftvoll, gereift, würzig, mediterran und sehr charakterstark. Ein Bandol mit Tiefe, Haltung und echter Provence-Seele.