Bassermann-Jordan Deidesheimer Hohenmorgen Riesling GG 2024
In Kürze:
Riesling GG mit majestätischer Ruhe. Gelbe Früchte, seidiger Schmelz und salzige Mineralität.
Winzer:
Bassermann-Jordan
Anbaugebiet:
Rebsorten:
Es gibt Rieslinge, die machen sofort Spaß. Und dann gibt es solche, bei denen man nach dem ersten Schluck merkt, dass man gerade etwas wirklich Besonderes im Glas hat. Der Hohenmorgen gehört für mich ganz klar in die zweite Kategorie. Ein Riesling, der nicht mit knalliger Frucht oder extremer Säure beeindrucken muss, sondern mit Tiefe, Eleganz und dieser fast schon majestätischen Ruhe, die richtig große Weißweine auszeichnet.
Im Glas zeigt er ein strahlendes Goldgelb mit leicht grünlichen Reflexen. In der Nase kommen reife Quitte, saftiger Pfirsich und Nektarine, dazu gelber Apfel, etwas Grapefruit und eine feine mineralische Würze. Am Gaumen ist er kraftvoll und unglaublich saftig, gleichzeitig aber präzise und wunderbar balanciert. Die reife Säure ist perfekt in die Frucht eingebunden, der feine Schmelz gibt ihm eine beinahe seidige Textur. Im langen Nachhall bleibt diese elegante, leicht salzige Mineralität, die einen direkt zum nächsten Schluck verleitet.
Was mich an diesem Wein besonders fasziniert, ist seine Selbstverständlichkeit. Hier wirkt nichts angestrengt oder übertrieben. Der Deidesheimer Hohenmorgen zählt zu den renommiertesten Rieslinglagen der Pfalz und umfasst gerade einmal knapp drei Hektar. Die nach Süden ausgerichteten Weinberge mit ihren bis zu sieben Meter hohen Stützmauern und den von Kalksteinverwitterung und Lösslehm geprägten Böden bringen Weine mit beeindruckender Substanz hervor. Nach der Handlese wurde der Riesling spontan vergoren, zu 70 Prozent im großen Holzfass und zu 30 Prozent im Edelstahl, und anschließend auf der Vollhefe ausgebaut. Das Ergebnis ist kein holzbetonter Riesling, sondern ein Wein mit Tiefe, Schmelz und einer geradezu mühelosen Eleganz.
Und das Schönste daran? So beeindruckend er jetzt schon ist, so viel Zukunft steckt noch in dieser Flasche. Das ist einer dieser Rieslinge, bei denen es sich lohnt, ein paar Flaschen wegzulegen und über die kommenden Jahre zu verfolgen, wie sich Frucht, Würze und Reife weiterentwickeln.
Passt hervorragend zu gebratenem Steinbutt, Jakobsmuscheln, Geflügel in hellen Saucen, Kalb, cremigem Pilzrisotto oder mild gereiftem Käse. Und ganz unabhängig vom Essen ist das natürlich auch ein Wein, für den man sich einfach mal einen Abend Zeit nehmen sollte.
Mein Eindruck: kraftvoll, seidig, gelbfruchtig, mineralisch und unglaublich elegant. Ein Großes Gewächs mit beeindruckender innerer Ruhe, viel Substanz und dem Potenzial, über viele Jahre noch faszinierender zu werden.